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Weiße Weste, graue Eminenz: Wie Farben auf uns wirken

Farben – warum gibt es sie überhaupt?

Farben sind etwas Selbstverständliches; kaum jemand, der sich nicht beruflich mit ihnen befasst, schenkt den Farben im Alltag nähere Beachtung. Doch denken Sie sich aus diesem Alltag einmal jegliche Farbe weg! Das Leben wäre nicht nur trist und langweilig, sondern stellenweise chaotisch oder sogar richtig gefährlich. Man stelle sich nur farblose Ampeln oder Warnschilder vor. Tatsächlich dienen die Farben entwicklungsgeschichtlich der Orientierung und dem Überleben. In der Urzeit hatten die tierischen und menschlichen Erdbewohner keine hochentwickelten Kommunikationsmittel zur Verfügung – bei einem Brand hat sie schlicht die Farbe des lodernden Feuers zur Flucht animiert. Und verdorbene Nahrung, die gefährliche Krankheiten verursachen kann, hatte eine andere Farbe als frische.

 

Im Laufe der Zeit hat die Menschheit viele andere Methoden entwickelt, um sich zu schützen und zurechtzufinden. Doch die Psychologie der Farben ist uns geblieben, das entsprechende genetische Programm läuft auch heute noch in uns ab. Das hat vielerlei Auswirkungen, so kann man Menschen mit Farben beispielsweise in ihrem Verhalten und ihren Entscheidungen manipulieren; das machen sich Marketing-Experten und Konsumpsychologen zunutze. Und man kann bestimmte Stimmungen hervorrufen – zum Beispiel durch die farbliche Gestaltung der eigenen vier Wände.

 

Farbgestaltung im Wohnraum: Gezielt Atmosphäre schaffen

Unser Zuhause ist Rückzugsraum, Entspannungsort, Familiennest, und gleichzeitig ist es Ausdruck des eigenen Lebensgefühls. Die Entscheidung, wie wir unseren Wohnraum gestalten, ist nicht rein funktional, sondern spiegelt unseren Charakter, unsere Sehnsüchte und unsere Persönlichkeit wider. Das gilt natürlich nicht nur für Einrichtung und Accessoires, sondern gerade auch für die Auswahl der Farben, mit denen man sich umgibt.

 

Die große Auswahl an unterschiedlichen Farbtönen, in welchen Wandfarbe für den Innenraum angeboten wird, macht Lust auf Veränderung, auf frische Impulse durch neue Farbwelten. Bei der Entscheidung für einen Farbton sollten unterschiedliche Faktoren bedacht werden, zum Beispiel die Art und Farbe der Möbel, die im betreffenden Zimmer stehen, die Tageszeit, zu der der Raum meist genutzt wird, aber auch architektonische Besonderheiten wie Dachgauben, Schrägen oder Nischen: Wir werden sie wirken, wenn ein bestimmter Farbton im Raum vorherrscht?

 

Grundlegend für die Farbgestaltung ist natürlich die Wirkung, die eine Farbe auf uns hat, wenn wir uns im jeweiligen Zimmer aufhalten. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf die unterschiedlichen Farben und die erstaunlichen Dinge werfen, die sie in uns bewirken können.

 

Rot wie die Liebe

Rot ist „die“ Farbe schlechthin; es wird unbewusst mit Leidenschaft, Dynamik, Liebe und Vitalität verbunden. Ganz unbescheiden zieht Rot die Aufmerksamkeit auf sich: Ob rote Ampel, Preisnachlass-Schilder oder der Korrekturstift des Lehrers – der Betrachter ist dazu angehalten, genau hinzusehen. Im Wohnraum strahlen Rottöne Sinnlichkeit und Selbstbewusstsein aus. Unterschiedliche Schattierungen können sich wie der buchstäbliche rote Faden durch das gesamte Zuhause ziehen: Von der Wandfarbe über Kissen und Vorhänge bis zur Tagesdecke. Studien zufolge kann sich ein in hellem Rot gehaltenes Zimmer sogar depressionsmindernd auswirken und die Stimmung heben.

 

Blau wie das Meer

Anders als Rot wirkt Blau ruhig, besonnen und mitunter kühl. Häufig verbindet man mit Blau Nüchternheit und Wissen. Dementsprechend kommt es oft im Marketing zum Einsatz, wenn für „sachliche“ Produkte wie Finanzdienstleistungen oder Medikamente geworben wird, von deren Anbieter man sich eher Intellektualität als große Emotionen erhofft. Im Wohnbereich sorgen Blautöne für Entspannung: Blaue Farbe senkt den Puls, beruhigt und wirkt friedlich – das kann jeder beim Blick in den Himmel oder aufs offene Meer feststellen. Aus diesem Grund wählen viele Menschen blaue Wände für ihren Schlafbereich. Laut einer Befragung wird Blau von den meisten Deutschen übrigens als Lieblingsfarbe genannt.

 

Gelb wie die Sonne

Gelb steht für die positiven Seiten des Lebens, es vermittelt Optimismus, Dynamik und Fröhlichkeit. Farbpsychologisch wirkt sich Gelb förderlich auf die Konzentration und die Gehirnaktivität aus; es steigert die Kreativität und schafft eine ungezwungene, harmonische Atmosphäre. Im Wohnraum wird Gelb gerne dann eingesetzt, wenn eine freundliche, vitale Stimmung herbeigeführt werden soll. Viele Kinderzimmer, im öffentlichen Raum auch Klassenzimmer und Kindergartenräume sind zumindest in Teilen gelb gestrichen. Grundsätzlich sollte man Gelb jedoch nicht allzu „pur“ dosieren, sondern lieber in Richtung ockerfarben oder pastellgelb abtönen oder mit anderen Farben wie blau, dunkelgrün oder neutralem Weiß kombinieren.

 

Grün wie die Bäume

Zunächst ist Grün für fast alle Menschen die Farbe der Natur. Es ist die vorherrschende Farbe in praktisch allen natürlichen Umgebungen: Wiesen, Wälder, Almen, Dschungel... Dementsprechend assoziieren wir mit der Farbe Frische, Jugend, Lebendigkeit, Frieden, Entspannung und Gesundheit. Alles in allem also positive Werte, die wir gerne auch in unseren Wohnungen verankert wissen möchten. Daher ist Grün die erste Wahl für viele Menschen, die ihrem Zimmer einen neuen Anstrich verpassen möchten. Wenngleich die beruhigende Wirkung nicht ganz so ausgeprägt ist wie bei Blau, tragen grüne Räume erwiesenermaßen zu einer rascheren Genesung nach Krankheiten bei. Zudem mindern sie wahrgenommenen Stress und lassen die gefühlte Zeit schneller vergehen. Eine gute Wahl also nicht nur für Privatgemächer, sondern auch für Wartezimmer und Praxisräume.

 

Grau und Schwarz

Während Grau für Neutralität, Langeweile, Alter und Fadheit steht, verbinden wir Schwarz mit Dunkelheit, Leere und Trauer – aber auch mit Modernität und Noblesse. Ob Schwarz überhaupt eine Farbe ist, wird immer noch diskutiert, dennoch umgibt es uns in vielen Bereichen unseres Lebens und ist auch fester Bestandteil der meisten Kleiderschränke. In der Innenraumgestaltung lassen sich mit Schwarz stilvolle Akzente setzen, doch sollte man es nur punktuell einsetzen: Mehr als eine schwarz gestrichene Wand kann die vorherrschende Stimmung in einem Zimmer drücken, und insbesondere bei niedrigen Decken und kleinen Räumen sollte man lieber auf Farben zurückgreifen, die weniger Licht schlucken. Grau hingegen hat seinem schlechten Ruf zum Trotz längst Einzug gehalten in unser Zuhause: Viele Wohnaccessoires und eine ganze Palette von Wandfarben sind in unterschiedlichen Grautönen erhältlich. Insbesondere bei hohen Räumen bietet sich ein dezent hellgrauer Anstrich an, um das Herrschaftliche der großen Deckenhöhe hervorzuheben.

 

Weiß

Auch Weiß wird häufig als „Nichtfarbe“ bezeichnet, hat aber eine zutiefst symbolische Bedeutung. Es steht für Reinheit, Unschuld, Sauberkeit und Perfektion. Weiß ist die Milch, das erste Nahrungsmittel, das Lebewesen zu sich nehmen. Ebenso weiß wie die hoffnungsstiftende Friedenstaube, das feierliche Brautkleid, der sterile Arztkittel, oder die Weste des Politikers, der ganz sicher kein Unrecht getan hat. Im Wohnraum ist und bleibt Weiß – ob nun Farbe oder nicht – die Nummer Eins. Weiße Wände sorgen für eine optische Vergrößerung der Räume; sie suggerieren ein reinliches Zuhause und ein aufgeräumtes Inneres. Zudem sind weiße Wände wunderbar kompatibel mit sämtlichen anderen Farben: Man muss sich, zumindest was die farbliche Passung angeht, keine Gedanken um die Farbe von Möbeln, Vorhängen oder Wohnaccessoires machen. Zu beachten ist, dass Weiß nicht gleich Weiß ist: Es gibt zahlreiche unterschiedliche Weißtöne, das sollte vor allem bei Farbkorrekturen an der Wand bedacht werden.

 

Man sieht also – Farben können fundamentale Auswirkungen auf uns Menschen haben, und mit ihrem gezielten Einsatz in unseren Wohnräumen lassen sich Stimmungen und Atmosphären herbeiführen, die man mit Möbeln, Accessoires, Beleuchtung, oder Musik niemals in diesem Ausmaß herstellen könnte. Die richtige Farbe sollte also immer mit Bedacht gewählt werden – damit Sie sich in Ihren vier Wänden entspannt und geborgen fühlen.

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